BiVo: Was ist eine Bildungsverordnung?
Die Bildungsverordnung (BiVo) regelt die Ausbildung für alle Schweizer Lehrberufe. Erfahre, was eine BiVo ist, wie sie funktioniert und warum sie für deine Lehre wichtig ist.
Die Bildungsverordnung (BiVo) ist das zentrale Dokument, das die Ausbildung für jeden Lehrberuf in der Schweiz regelt. Sie definiert, was du während deiner Lehre lernst, wie lange die Ausbildung dauert und wie das Qualifikationsverfahren (QV) abläuft. Jeder Lehrberuf hat seine eigene BiVo, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erlassen wird.
BiVo - Kurzüberblick
Was ist die Bildungsverordnung (BiVo) in der Schweiz?
Die BiVo regelt pro EFZ-Lehrberuf Fächer, Gewichtungen und QV-Bestandteile. Sie ist die Grundlage für gewichtete Notendurchschnitte und die EFZ-Gesamtnote - Rhinoya spiegelt die aktuellen Regeln pro Beruf unter /blog/berechnungen wider.
Was ist eine Bildungsverordnung?
Die BiVo ist ein offizielles Regelwerk, das für jeden Lehrberuf festlegt:
- Dauer der Ausbildung (meist 3-4 Jahre)
- Ausbildungsinhalte und Kompetenzen, die erworben werden müssen
- Struktur des Qualifikationsverfahrens (QV)
- Gewichtung der verschiedenen Notenkomponenten
- Bestehensregeln für das EFZ
- Anforderungen an Lehrbetriebe und Berufsfachschulen
Warum gibt es verschiedene Verordnungen?
Jeder Lehrberuf hat seine eigene BiVo, weil:
- Jeder Beruf unterschiedliche Kompetenzen erfordert
- Die Gewichtungen im QV je nach Beruf variieren
- Die Ausbildungsinhalte berufsspezifisch sind
- Beispiel: Informatiker-BiVo unterscheidet sich von Kaufmann-BiVo
- Beispiel: Handwerksberufe haben andere Schwerpunkte als Dienstleistungsberufe
Struktur der Verordnung
Jede Bildungsverordnung enthält typischerweise:
- Berufsprofil: Beschreibung des Berufs und seiner Tätigkeiten
- Handlungskompetenzen: Was du am Ende der Lehre können musst
- Ausbildungsplan: Wie die Ausbildung strukturiert ist
- Qualifikationsverfahren: Wie das EFZ erworben wird
- Notenberechnung: Gewichtung der verschiedenen Komponenten
- Bestehensregeln: Was du erfüllen musst, um das EFZ zu erhalten
Updates und Revisionen
Bildungsverordnungen werden regelmässig überarbeitet:
- Anpassung an technologische Entwicklungen
- Modernisierung der Ausbildungsinhalte
- Verbesserung der Ausbildungsqualität
- Beispiel: BiVo 2021 für Informatiker (SR 412.101.220.10)
- Beispiel: Kaufleute EFZ — Verordnung 16.8.2021, in Kraft 1.1.2023 (Reform 2023; QV Art. 21–27 ab 1.1.2026). Nicht mehr BiVo 2012.
- Wichtig: Deine Ausbildung folgt der BiVo, die zu deinem Lehrbeginn gültig war
Einfluss auf deine Ausbildung
Die BiVo bestimmt direkt:
- Welche Fächer du in der Berufsschule hast
- Welche überbetrieblichen Kurse (ÜK) du besuchst
- Wie deine Noten gewichtet werden
- Was in der praktischen QV-Arbeit verlangt wird (VPA oder IPA, je nach BiVo)
- Welche Prüfungen du ablegen musst
- Wie deine EFZ-Gesamtnote berechnet wird
Das Qualifikationsverfahren
Die BiVo legt genau fest, wie das QV abläuft:
- Welche Komponenten in die Gesamtnote einfliessen
- Wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden
- Welche Bestehensregeln gelten
- Beispiel: Informatiker: IPA 40%, IK 30%, eGK 10%, ABU 20%
- Beispiel: Kaufleute: Andere Gewichtungen je nach Profil
- Beispiel: Handwerker: Oft höhere Gewichtung der praktischen Arbeit
Wo findest du die Verordnung?
Die Bildungsverordnung für deinen Beruf findest du:
- Auf der Website des SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation)
- Bei deinem Berufsverband
- An deiner Berufsfachschule
- In der Regel kostenlos als PDF verfügbar
- Wichtig: Nutze immer die aktuelle Version für deinen Lehrbeginn
Fazit
Die Bildungsverordnung ist das Fundament deiner Berufsausbildung. Sie legt QV-Gewichte und Bestehensregeln je Beruf fest. Rhinoya hinterlegt diese Logik für die unterstützten Lehrberufe; die exakte BiVo-Berechnung im Konto ist Pro.
Autor
Renzo Verri
Veröffentlicht am